In-House oder Extern? Drei verblüffende Antworten

Machen wir es drinnen oder draußen? Die klassische Frage, wenn es um Innovation geht – vor allem, wenn es nicht nur ein neues Produkt, sondern gleich ein ganzes neues Geschäftsmodell sein soll.

In-House ist man unbeweglich, erstarrt in jahrzehntealten Strukturen und kann nicht innovativ sein. Extern versammelt man ein paar jugendliche Enthusiasten, schmückt sich mit dem Incubator / Accelerator / Innovation Lab, aber macht nie ernstzunehmende Umsätze damit. Das Dilemma ist bekannt, aber nicht leicht zu lösen. Meine eigenen Ideen dazu können Sie im Blogartikel „Digitale Innovation richtig organisieren“ nachlesen. Hier möchte ich Ihnen drei neue Ansätze vorstellen, mit dieser Frage umzugehen:

 

Pop-up Geschäftsmodelle

„Pop-Up-Geschäftsmodelle“ statt Start-Up-Labs?

Pop-up Stores sind kleine Ladengeschäfte, die für kurze Zeit an unerwarteten Orten eröffnet werden. Einfach mal ran an den Kunden, an den Ort des Geschehens und sehen, was passiert. Der fabelhafte Denker, Schreiber und Macher Alain Veuve empfiehlt, mehrere kleine Unternehmungen gleichzeitig zu testen – und zwar im eigenen Hause. Dann schadet es nichts, wenn manche Ideen schnell wieder zerplatzen und im besten Fall bringt man eine oder mehrere davon bis zur Marktreife. Vor allem aber bleibt man dabei im Kopf und in der Organisation beweglich und bindet sich nicht unnötig an liebgewonnene Konzepte.

http://www.alainveuve.ch/mit-pop-up-geschaeftsmodellen-auf-marktveraenderungen-reagieren/

 

VC 2.0 bei BMW: Venture Client statt Venture Capital

BMW Startup Garage

Kulturelle Unterschiede sind eines der größten Hindernisse bei der Zusammenarbeit von Startups und Konzernen. Letztere wollen es frisch und verspielt, sind aber genervt, wenn die Kollegen so gar keine Lust haben, sich den Regeln des Konzerns zu beugen. Umgekehrt sind Geld und Kunden herzlich willkommen beim Startup, aber bitte keine byzantinischen Prozesse.

Ein bekannter Weg um das Know-how der kleinen Firmen anzuzapfen ist das Corporate Venture Capital. Ein Topf Geld, mit dem sich das Unternehmen bei kleinen Firmen einkauft. Geld gegen Anteile. Geht, kann gehen, kann aber auch in die Hose gehen. Weil: Kultur, siehe oben.

Eine Alternative dazu hat BMW gefunden. Statt sich am Unternehmen zu beteiligen wird man nur Pilotkunde. Und weil man es ernst meint, hilft man dem kleinen Unternehmen, direkt „echten“ Lieferantenstatus zu bekommen, so mit Registrierung, Einkaufsrichtlinien und Bestellnummern. Klingt erst mal etwas albern – wie nett, dass sich der Konzern die Mühe macht, seine Prozesse selbst abzuarbeiten, wenn man doch etwas vom anderen will.

Aber in der Realität der Wirtschaft ist das ein Zugang zu Aufträgen und Geld, der das Startup finanzieren kann – und der zu den bestehenden Prozessen des Konzerns passt. Mehr zur BMW Startup Garage (auf Englisch) unter

https://www.linkedin.com/pulse/bmw-startup-garage-evolution-corporate-accelerators-stefan-lindegaard

 

Warum Innovation Labs nicht funktionieren

Your innovation lab isn't working, here's how to fix it.

Vielleicht sind Brutkasten und Gaspedal (Incubator und Accelerator) inzwischen nicht mehr hip genug, deswegen nannte man solche Initiativen in letzter Zeit gerne Innovation Labs. Doch Sitzsäcke, sichtbarer Backstein und teurer Kaffee machen noch keinen Erfolg – sogar wenn die Menschen dort engagiert und kompetent sind!

Warum? Weil zum Erfolg einiges fehlt. Die Nähe zum Konzern, damit aus Ideen auch mal ein richtiges Produkt wird. Der Kontakt zum Kunden, damit die viele Ideen auch auf Brauchbarkeit getestet werden (und nicht nur Plausibilität). Und das Verständnis, wie man ein Projekt im Konzern richtig zum Laufen kriegt – was ähnlich schwierig sein kann, wie einen passenden Investor zu finden.

Was dahinter steckt und wie man es besser macht, beschreibt (auf Englisch) Iain Montgomery auf

https://www.linkedin.com/pulse/your-innovation-lab-isnt-working-heres-how-fix-iain-montgomery