Innovationskultur in Ihrem Unternehmen – gute Tipps und Negativbeispiele

Das Schlagwort Innovationskultur macht schon seit mindestens zehn Jahren die Runde, ist im Jahr 2017 also nichts wirklich neues mehr. Und doch gibt es nach wie vor viele Unternehmen, die es nicht schaffen, wirklich innovativ zu werden. Woran liegt das? Die folgenden Artikel geben einen Einblick, welche Rahmenbedingungen benötigt werden und warum viele große Unternehmen beim Thema Innovation über die eigenen Füße stolpern.

 

#1: Rauf & Runter, Rein & Raus:
Die vier Dimensionen der Innovationskultur

Vier Dimensionen auf einem Pool-Ball

3M positioniert sich (durchaus zu Recht) als eines der erfinderischsten Unternehmen, und das nicht nur dank der legendären Post-It-Klebezettel. Mitch Ditkoff, einer der Vordenker der Consulting-Branche, hat die erfolgreiche Innovationskultur auf vier griffige Statements heruntergebrochen. Innovation wird nur erfolgreich, wenn alle mitmachen: Der Chef, der die neue Unternehmenskultur einführt und vorlebt. Die Mitarbeiter, die mit ausreichend Freiraum versorgt werden um Ideen zu entwickeln, und deren Beiträge dann auch wertgeschätzt werden. Den Kunden und seine Bedürfnisse darf man dabei natürlich auch nicht vergessen und schließlich: Die Begeisterung, an etwas großartigem mitzuarbeiten. Klingt eigentlich ganz einfach.

http://die-erfinder.3mdeutschland.de/innovationskultur/innovationskultur-hat-vier-dimensionen

 

#2: Eigeninitiative? Im Prinzip ja. Aber…

auf dem Bildschirm steht do more. Motivierend.

Verantwortung zu übernehmen und neue Ideen zu haben ist toll! Zumindest sagt man das so. Doch im Job das Selbstbewusstsein und den Mut zu haben, seine Ideen auch mit dem Chef und den Kollegen zu teilen, auch mal etwas durchzuboxen, weil man daran glaubt: Das ist schon hart.

Wir gehen in unseren Annahmen immer davon aus, dass alle Mitarbeiter sich dankbar und voller Enthusiasmus an neue Projekte wagen, wenn wir Ihnen nur sagen, dass Sie jetzt Initiative zeigen dürfen. Doch ganz so einfach ist es nicht. Dieser empfehlenswerte Abschnitt eines Management-Handbuches gibt Tipps, wie Sie Ihre Mitarbeiter dazu ermutigen, die Initiative zu ergreifen und welche Rahmenbedingungen es braucht.

Aber Vorsicht: Selbstbewusste Mitarbeiter mit einem eigenen Kopf und frischen Ideen können auch unbequem sein. Die Chefetage muss bereit dazu sein, Ratschläge von „unten“ auch anzunehmen oder ggf. begründet abzulehnen. Wenn das nicht funktioniert, wird Innovation im Keim erstickt und die Forderung nach Eigeninitiative bleibt eine hohle Phrase.

https://www.business-wissen.de/hb/so-funktioniert-es-mit-der-eigeninitiative-der-mitarbeiter/

 

#3: Mehr ist besser? Nicht wirklich.
Warum mehr vom Alten oft ins Verderben führt

Ein Mann malt bunte Zeichen und Symbole an die Wand. Kreativ.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor bei der Innovation ist es, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Die bekannten Verlierer der Digitalisierung (Wie Nokia, Quelle, Kodak und all die anderen Beispiele), haben den Wechsel verpasst, obwohl sie eigentlich alle notwendigen Ressourcen und Chancen hatten.

Warum? Die Fixierung auf vierteljährliche Berichte hat sie blind gemacht. Sie sahen die neuen Möglichkeiten zur Innovation und die Gefahren disruptiver Technologien nicht. Sie dachten nicht nur, besser als die Kunden zu wissen, was diese wollten. Sie haben sich auch nicht um die Einfälle bestehender Mitarbeiter gekümmert.

Anstatt neue Ideen zu entwickeln, haben sie bestehende Produkte und Prozesse so lange „ein bisschen besser“ gemacht, bis sie von den Neuen rechts überholt wurden. Ihre Fehler: Mutlosigkeit, Bequemlichkeit, Fixierung auf das Tagesgeschäft und schnelle Profite.

http://outthinker.com/2016/10/07/organizations-fail-innovate/

 

#4: Konzerne? Effizient, aber nicht innovativ

ein Mann lehnt an einer großen, gezeichneten Glühbirne. Idee!

In dieses Horn stößt auch Marc Wagner von Detecon, der in einem Interview seine Studie zur Innovationskraft deutscher Konzerne vorstellt. Und die Ergebnisse sind schon etwas ernüchternd: Große Firmen sind darauf ausgelegt, immer effizienter zu werden – aber ihre Prozesse verhindern wesentliche Innovationen.

Nebenbei lernen Sie hier auch das Wort Ambidextrie kennen, das nichts mit Ambivalenz und Epilepsie zu tun hat, sondern etwa „Beidhändigkeit“ bedeutet. Hier ist damit gemeint, dass ein Unternehmen sowohl schnell als auch effizient sein muss – nur nicht gleichzeitig, sondern nebeneinander. Das ist das bekannte Gleichnis vom Öltanker und den Schnellbooten.

https://www.saatkorn.com/innovationskultur-fehlanzeige/

 

(Foto: Pexels)