Produktentwicklung Hand in Hand mit dem Kunden – drei gute Ideen

Wie ich bereits in meinem Blogartikel Nicht ohne meinen Kunden schrieb: „Die Lösung klingt erst mal ganz einfach: Beziehen Sie Ihre Kunden in den Entwicklungsprozess mit ein!“ Aber wie stellt man das nun konkret an? Und funktioniert das im B2B anders als im B2C? Gute Antworten finden Sie in diesen drei Artikeln, die sehr anschaulich beschreiben, wie B2B und B2C-Unternehmen vorgehen, um ihre Kunden in die Produktentwicklung zu integrieren.

 

#1: LEGO Future Lab – The Rebels of Innovation at the LEGO Group

Aufschrift Be A Rebel mit tätowiertem Lego-Männchen
 
Der Spielwarenhersteller LEGO hatte ein ernstes Problem. Das Patent auf seine berühmten Bausteine ist vor ein paar Jahren abgelaufen, seitdem kann sie jeder nachbauen. Doch nach einer Krise kam Lego schnell wieder auf die Beine und ist heute eine der erfolgreichsten Marken der Welt. Wie sie das geschafft haben? Unter anderem, weil sie das Kerngeschäft sehr mutig in andere Bereiche übertragen haben – es gibt eine ganze Reihe von Computerspielen, die sich an erfolgreichen Filmen orientieren, von Batman bis Herr der Ringe. Sogar einen eignen Lego-Film gab es, der die eigene heile Welt dezent auf die Schippe nimmt.
Das ist schon mal ein kreatives und rein digitales Geschäftsmodell, das man sich erst mal trauen muss.
 

Produktentwicklung mit Open Innovation Strategie

Doch auch im Brot-und-Butter-Geschäft mit den berühmten Bausätzen ist Lego erfolgreich: Weil sie ihren Kunden jetzt sehr genau zuhören. Im Rahmen der Open Innovation-Strategie von Lego ist die Plattform LEGO Ideas ein wichtiger Baustein. Hier reichen Lego-Fans ihre eigenen Projekte ein. Wenn ihre Vision genug Anhänger findet, verspricht Lego, den Entwurf als Produkt herauszubringen. Mindestens 10.000 Fans und damit potentielle Käufer hat das neue Produkt dann bereits. Crowd Sourcing at its best!

https://www.linkedin.com/pulse/lego-future-lab-rebels-innovation-group-michael-fearne

Ganz ähnlich agieren unter anderem MyMuesli (nur dass man dort Zutaten statt Bausteine mischt) und Ritter Sport Schokolade. Letztere hat sogar eine eigene Community, die nicht nur ernst gemeinte Vorschläge sammelt, sondern auch skurriles, wie Schokolade mit Mett, Käsespätzle oder Zahnpasta-Geschmack.

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#2: Nicht ganz einfach, aber lohnend: Open Innovation bei Schaeffler

Ein grün bewachsenes Feld und ein unbebautes Feld im Hintergrund
Produktentwicklung in Zusammenarbeit mit dem Kunden funktioniert auch im B2B-Bereich, zum Beispiel beim Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler. Hier werden Kunden und die Kunden der Kunden mit in die Innovationsprozess einbezogen. So fährt das Unternehmen einen schon seit Jahren erfolgreichen Open Innovation-Kurs und schafft es, seine Bauteile bestmöglich in das Gesamtsystem zu integrieren.

Das funktioniert aber nur, weil in der herrschenden Kultur Ideen von außen als gleichwertig mit intern entwickelten Innovationen betrachtet werden. Dass das nicht immer einfach ist, berichtet Lars Deppe, der Innovationsmanager von Schaeffler, der das zehnköpfige Innovationsteam leitet.

http://die-erfinder.3mdeutschland.de/innovationskultur/grenzen-ueberwinden-open-innovation-bei-schaeffler

 

#3: Nie wieder ohne! Customer Insights

Die Customer Insights Blume des Innovationsblogs
Es ist gut, wenn Sie mit Hilfe der Digitalisierung in der Lage sind, viele Daten über Ihre Kunden und deren Verhalten zu erheben. Wenn beispielsweise Ihr Online-Shop-System viele strategische Erkenntnisse über die Interessen und Desinteressen Ihrer Kunden ausspuckt. Die Frage ist nur – wie setzen Sie diese Erkenntnisse in konkrete Handlungen um?

Viele schaffen genau diesen Schritt nicht, weil es oft eben doch nicht ohne den direkten Kontakt mit dem Kunden geht. Matthias Henrici liefert in diesem schon etwas älteren Artikel eine schlüssige Anleitung, wie man seine Kunden praktisch in die Produktentwicklung (und andere Innovationen) mit einbezieht und stellt die richtigen Fragen.

http://www.der-innovationsblog.de/nie-wieder-ohne-customer-insights-2/