Digital Maturity:
Wie Digital ist Ihr Unternehmen?

Eigentlich ist es gar nicht schwierig, die eigene Reife zu messen. Sie brauchen nur drei Schritte:

  1. Sie entscheiden, welche Aspekte Sie betrachten wollen.
    Was macht für Sie Digitalisierung aus? Reichst es, wenn die Firma auch auf Facebook ist, oder sollte schon eine KI die autonomen Bots steuern?
  2. Sie bestimmen die Skala. Was ist Weltklasse, was ist das Minimum und wie viele Schritte liegen dazwischen?
  3. Soll und Ist: Sie tragen ein, wo Sie heute stehen und wo Sie morgen stehen wollen.
    Et voila: Das Digitale Delta!
Digital Maturity

So, und jetzt noch mal im Detail:

1. Welche Aspekte sind für uns relevant?

Dass Sie jeder ein Smartphone hat und jeder Schreibtisch einen PC ist nicht aufregend.
Wo wollen wir digital vorankommen? Ihre Themengebiete können zum Beispiel sein:

  • die (internen) Prozesse
    viele „dumme“ Aufgaben können gut durch Maschinen erledig werden (Stichwort RPA)
  • die Kundenkontakte / Touch Points / Customer Journey / Customer Experience
  • die Produktion und die Supply Chain
    (was als Industrie 4.0 ja schon länger adressiert wird)
  • Support und Maintenance
    (hier gibt es viele low-hanging fruits zu ernten!
  • das Marketing
    (nein, eine Facebook-Seite ist noch kein digitale Marketing)
  • der Vertrieb (der oft noch erstaunlich un-digital ist)
  • die Organisation – wer macht was? Und wie passen wir das an, wenn sich etwas ändert?
  • die Arbeitsmethoden
    (mit den ganzen Buzzwords wie Agile, New Work, OKR, WOL und und und…)
  • unser Umgang mit Innovation
    und wie Sie das Potential Ihrer Mitarbeiter heben
  • die Entwicklung neuer Angebote und neuer Märkte
  • die Performance: Tempo, Leistung, Effizienz
  • der Umgang mit Daten
    (das allein ist schon ein großes Thema)
  • Anwendung neuer Technologien
    (gehört hat man vieles – aber was davon kommt im Alltag an?)

Ganz schön viel, oder? Und Ihnen fallen sicher noch ein paar weitere Themen ein!

Was Sie tun müssen

Machen Sie eine Liste aller möglichen Themen. Und dann suchen Sie sich daraus die aus, die im Moment relevant sind. Die Stoßrichtungen, die Sie entwickeln wollen.
Sonst haben Sie viel zu viel Heu auf der Gabel und kommen nicht weiter.

Scope

Sie können diese Frage pro Bereich klären, aber auch für eine Abteilung oder ein Team – oder gleich fürs ganze Unternehmen. Ein Bereich, eine Abteilung ist meist ein guter Beginn. Sie können die Ergebnisse später mit anderen Abteilungen kombinieren (das ist oft recht überraschend) und erhalten so ein Gesamtbild fürs Unternehmen.

Warum es wichtig ist

Weil Sie so ein gemeinsames (!) Bewusstsein entwickeln, worum es bei „Digital“ eigentlich geht.

2. Skala festlegen

Dann brauchen Sie eine Skala, um Ihre Reife in einem Aspekt zu bewerten. Nur dann können Sie sich orientieren. Zusammen ergeben die Skalen eine Karte, die Ihnen Ihre Position verrät.

Was Sie tun müssen

Klären Sie pro Aspekt, was hier das Maximum ist. Wenn wir voll durchtransformiert sind, was ist dann anders? Wie denken und arbeiten wir dann, wie sieht der Alltag aus und wie unterscheidet er sich von heute?

Wenn Sie z. B. fünf Stufen haben, wie sieht dann die 5 aus? Was würden Apple, Google, Tesla oder Tencent machen? Wie würden Sie das einrichten, wenn Sie Jeff Bezos, Steve Jobs oder Elon Musk wären? Wo ist „ganz weit vorne“?

Wenn Sie das haben, dann können Sie die Schritte darunter beschrieben. Sie wissen was die 5 ist – was sind dann 1, 2, 3 und 4? Klären Sie gemeinsam die Stufen.

Warum es wichtig ist

Es macht Ihnen klar, was alles möglich ist- Und es zeigt Ihnen die Stufen auf dem Weg dorthin.

3. Ist und Soll

Jetzt müssen Sie nur noch eintragen, wo Sie heute stehen – und wo Sie morgen hinwollen.

Was Sie tun müssen

Tragen Sie ein, wo Sie heute stehen. Das sollte relativ einfach sein.

Und dann einigen Sie sich, wo Sie hinwollen. Wo wollen Sie in zwei Jahren stehen? Das muss nicht immer die 5 sein (und oft ist das auch gar nicht realistisch), aber ein Ziel bedeutet zu wissen, wie es dann sein wird.

Dann haben Sie pro Thema einen Abstand zwischen Soll und Ist – das Digitale Delta.

Warum es wichtig ist

Sie wissen nicht nur, wo Sie stehen, sondern auch, wo Sie hinwollen und wie weit der Weg dorthin ist.

Tipps für Profis und Praxis

Schnell und schmutzig

Verbringen Sie nicht zu viel Zeit damit! Echte Unternehmer werden sehr ungehalten, wenn man sich zu viel mit der Vergangenheit und dem Status quo beschäftigt, die wollen vorwärts. Und das zu recht. Sie brauchen keinen detaillierten Bericht, denn der hilft Ihnen nicht.
Machen Sie das besser Quick & Dirty. Konkret: Zwei halbe Tage sollten reichen.
Denn interessant wird es danach!

Mehr zum Verfahren

Wenn Sie mehr über das Thema wissen wollen, lesen oder hören Sie mein Survival-Handbuch Digitale Transformation. Im Kapitel Die Reifeprüfung: Wie digital ist Ihr Unternehmen? finden Sie die Hintergründe und weitere Checklisten. Mehr zum Buch hier.
Wo stehen wir heute? Das sollte jetzt relativ einfach sein.

Auswerten und Visualisieren

Zur Auswertung nehmen Sie am besten eine Excel-Tabelle. Ein schickes Radar-Diagramm macht das Ergebnis sehr anschaulich.
Eine Excel-Tabelle mit Grafiken zum Selber-Anpassen finden Sie auf der Website zum Buch.

Der Weg ist das Ziel

Der Prozess ist so wichtig, weil Sie dabei klären, was Sie mit Digitaler Transformation eigentlich genau meinen. Denn unter „Agil“ oder Customer Experience versteht jeder etwas Anderes. So schaffen Sie ein gemeinsames Verständnis.

Can You Feel It?

Die Tabellen am Ende ist nur eine Hilfe, denn eine Zahl ist nichts. Was Sie brauchen ist ein emotionales Zielbild, wie es sein soll. Wie es sich anfühlt, wenn Sie da sind. Denn nur das bringt die Menschen in Bewegung. Mit dem Prozess hier klappt das quasi nebenbei. Etwas subversiv, aber menschlich sehr wirksam. 🙂

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